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Sonntag, 29. August 2010

Ich brauche noch etwas Zeit

Geschrieben von padre in Padres Gedanken und Spielchen
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Nein, das ist in diesem Fall kein verbales Zeitschinden bei drohendem Sexualkontakt. Das bedeutet, dass ich momentan für nichts Zeit habe. Seltsamerweise habe ich parallel das Gefühl, nichts erledigt zu bekommen.

Mein Beruf ist eine Mischung aus Kindergarten, Selbstmotivations-Training und Hochleistungsarbeit. Entgegen der persönlichen Erwartungshaltung verhält sich der Geldbeutel zur Arbeitsleistung trotzdem nicht exponentiell. Wenn ich abends nach Hause komme, beginnt die andere Arbeit: Privatleben.

Im Privatleben kann man grundsätzlich sehr viele Dinge falsch machen und wenige richtig, wenn man nicht mehr allein mit sich ist. Wo sind die guten alten Zeiten hin, in denen ich am Wochenende grundsätzlich bis zum Nachmittag im Pyjama vor mich hin gechillt habe und die Bodenfliesen zwischen Kühlschrank, Computer und Bett mit meinen Socken sauber gehalten habe?

Die Zeiten an denen ich die freie Wahl zwischen Essen, Schlafen, Fernsehen und Kneipentouren mit Freunden hatte? Nun, ich schätze sie sind unbemerkt dem zu Opfer gefallen, was man gemeinhin als Erwachsenenleben kennt. Und ich dachte, ich könnte das mindestens bis zum 40. Lebensjahr noch rauszögern und trotzdem Erwachsenensachen machen.

Jedenfalls ist das alles gerade ganz anders. Je mehr Ideen und Projekte man in seiner "Freizeit" angehen möchte, desto mehr Berge schieben sich dazwischen. Berge voller Erwachsenensachen. Was dazu führt, dass man nichts mehr richtig macht. Weder die Ideen (die einen vielleicht weiterbringen könnten) sinnvoll weiterverfolgt, noch ohne schlechtes Gewissen der totalen Faulheit frönen kann. 

Im Ergebnis hat man das Gefühl keine Zeit mehr zu haben. Und deswegen brauche ich jetzt bitte noch etwas Zeit.

Tags für diesen Artikel: arbeiten, beziehung, erwachsenensachen, faul, freizeit, zeitmanagement
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Mittwoch, 3. September 2008

Zur Lage der Nation

Geschrieben von padre in Padres Gedanken und Spielchen
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Es wird mal wieder Zeit, dass ich ein paar Dinge in meinem Kopf rausschreibe.

Punkt 1: Ich muss eigentlich umziehen.

Das stresst mich total ab. Weil ich meine Wohnung mag und die Stadt wo sich die Wohnung befindet. Und weil ich gerade mal vor 1,5 Jahren komplett renovieren lassen habe. Und weil ich alle Möbel und Accessoirs sozusagen passend gekauft habe. Und weil ich da meinen Freundeskreis habe. Zumindest, was davon übrig geblieben ist. Und das heißt selbstverständlich nicht, dass ich meine Freundschaften aktiv pflegen würde. Dazu bin ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Aber er ist halt da, falls ich auch mal da wäre.

Aber: Ich habe keine Lust mehr, jeden Tag knapp zwei Stunden auf der Autobahn zu verbringen, um zu meinem externen Schreibtisch zu kommen. Und ich habe keine Lust mehr, das liebe Geld für eine große Wohnung auszugeben, in die ich abends nur noch zum Schlafen einfalle und früh morgens zum Arbeiten wieder verlasse. Da nützt es auch nichts, dass ich sie mit Flachbildfernsehern, Design-Elementen und jeder Menge geilem Schnickschnack ausgestattet habe, um meine Kaufsucht zu befriedigen. um meinem dekadenten Lebensstil Ausdruck zu verleihen. um es ein bisschen angenehmer zu machen.

Trotzdem: Die Notwendigkeit, näher an den Arbeitsplatz zu ziehen, bringt die Tatsache mit, dass ich die Wahl zwischen ein paar Käffern habe, in denen spätestens um 18 Uhr der Bordstein hochgeklappt wird. In denen es maximal zwei Kneipen gibt, die den gesamten Bestand an Hartz4-Empfängern der Region beheimaten. In denen ich nicht mehr in 5 Minuten zu Fuß an der Rheinpromenade bin oder in der Innenstadt zwischen hundertfünfzigtausend Geschäften stehe oder um die andere Ecke mindestens genauso viele Bars, Restaurants und Clubs zur Verfügung habe.

Punkt 2: Ich brauche einfach mehr Geld.

Eigentlich sollte ich mich nicht beschweren und lieber meine Klappe halten. Ich verdiene wirklich nicht schlecht, zumindest meint das meine Steuerberaterin. Ich merke das höchstens daran, dass ich wahllos Klamotten, iPhones, Ray Ban Brillen, Elektrogeräte, USA-Food, Urlaubsreisen [...] bestelle und trotzdem am Monatsende keinen Anruf von der Bank bekomme. Das ist irgendwie ungewohnt und macht so langsam auch keinen Spaß mehr.

Deswegen habe ich mir jetzt überlegt, dass ich unbedingt mal ein neues Auto brauche. Mein Navi ist z.B. schon so alt, dass er die neusten Kreisel nicht mehr drin hat. Das stresst mich doch sehr ab, wenn ich durch einen Verkehrskreisel fahre und mir das Navi in der Kurve anzeigt, dass ich Offroad fahre.

Ich brauche einen VW Touareg, um konkret zu werden. Allerdings sind mir die Leasing-Raten dann doch zu teuer - ich müsste meinen sonstigen Konsum einschränken und diszipliniert werden. Ich könnte nicht einfach mal für zwei Personen zwei Wochen nach Ägypten fliegen. Ganz spontan. Ohne das Sparbuch zu plündern. Deswegen brauche ich mehr Geld. Und noch was: Ich habe keine Lust mehr, meine Zeit mit Arbeit zu verschwenden. Ich will Geld haben ohne zu arbeiten.

Punkt 3: Ich glaube, ich bin beziehungsunfähig.

...


Tags für diesen Artikel: arbeiten, autobahn, faul, frustriert, gefrustet, gefühle, geld, kaufen, kneipe, konsum, mainz, umzug, wohnung
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Freitag, 22. Februar 2008

Sapperlot!

Geschrieben von padre in Padres Gedanken und Spielchen
Kommentare (3) | Trackbacks (0)

Madame Murkel hat mich aus meinem Winterschlaf geholt. Wusste sie denn nicht, dass man sterben kann, wenn man von Kalt- zu Warmblütler wechselt, ohne dass es schon Frühling ist? Ich hoffe stark, dass sie ein Schälchen warme Milch auf die Terrasse stellt, gleich neben dem überdachten Heuhaufen.

Ok, also hier bin ich. Ich fühle mich ganz gut, habe einen Arsch voll Arbeit, die wahrscheinlich nie wieder aufhört, sehe mein Zuhause nur noch zum Schlafen und außerdem:

  • habe ich mir eine geile E-Gitarre mit extremst überzogenem Verstärker gekauft,
  • habe ich festgestellt, dass ich mittlerweile (nach 14 gitarrenlosen Jahren) noch nicht mal mehr mit der modernen Deluxe-Mechanik klarkomme, um das Ding ordentlich zu stimmen,
  • bin ich dem Scheiß-Wetter entflohen und habe ein paar Tage die Costa Blanca erkundet,
  • gebe ich in den letzten Wochen so viel Geld aus wie im vergangenen halben Jahr nicht,
  • habe ich einen neuen iPod Nano und einen iPod Shuffle, zusätzlich zu meinem iPod Video,
  • bin ich jetzt im Besitz eines MacBook in weiß (Firmen-Notebook),
  • werde ich in diesem Jahr meine Abneigung gegen betrunkene Vollpfosten und dreckige Toiletten überwinden und gleich auf zwei Festivals fahren, weil die Bands so gut sind,
  • würde ich am liebsten den Leasingvertrag meines Autos frühzeitig auflösen, um mir den A5 vor die Hütte zu stellen,
  • kann ich mir den A5 nicht vor die Hütte stellen, weil ich meine Kohle für andere unnütze Dinge mit vollen Händen zum Fenster rauswerfe,
  • bin ich eigentlich sehr glücklich, wie mein Leben momentan ist.

Soviel dazu. Und für alle Voyeuristen habe ich noch ein paar Neidischmacher auf digitales Fotopapier gebannt. Salud!


Tags für diesen Artikel: faul, geld, gitarre, kaufen, konsum, musik, rückkehr, urlaub, vollidioten
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Dienstag, 30. Oktober 2007

We didn't start the Fire

Geschrieben von padre in Padres Gedanken und Spielchen
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Nein, Billy - ich höchstpersönlich habe das Feuer entfacht. Und zwar mein eigenes Feuer. Monatelang mehr oder weniger dümpelnd und kaum gegen Trott und Bequemlichkeit angekämpft. Doch jetzt habe ich wieder Hummeln im Hintern (ekelhafte Vorstellung). Mein Feuer brennt. Und ich werde ... König der Welt.
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Mittwoch, 4. Juli 2007

Fitnessstudio

Geschrieben von padre in Padres Gedanken und Spielchen
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Der Padre, also ich, dachte sich jüngst, dass er mal wieder was für seine Fitness tun könnte. Da die Motivation für morgentliches Joggen am Rhein nur zwei Wochen anhielt und derzeit wettertechnisch ohnehin nicht gefördert wird, hatte er eine großartige Idee:

Fitnessstudio muss her!

Diese Idee hatte Padre in seinem Leben bereits vier Mal. Dabei muss eigentlich nicht erwähnt werden, dass Padre jedes Mal nach ungefähr drei Monaten nur noch zahlende Karteileiche der betreffenden Institution war. Nichtsdestotrotz schafft eine Mitgliedschaft bei einem Fitnessstudio eine sehr angenehme Art des Selbstbetrugs. Und kostet verdammt viel Geld.

Nun hatte Padre aber etwas entdeckt: McFit. Hört sich an wie Fastfood, das Logo sieht aus wie eine auf USA getrimmte Burger-Kette aus Gelsenkirchen - und das Ding hat 24 Stunden geöffnet bei 16,95 Euro im Monat.

Padre war nach Durchsicht der McFit-Homepage sichtlich vom Selbstbedienungscharakter angetan: Alles lässt sich schön über Terminals bedienen, planen und erfolgskontrollieren. Da müsste das Trainieren eigentlich auch wie von selbst gehen.

Gesagt, getan - Padre setzte sich ins Auto und fuhr zwecks Besichtigung zur örtlichen McFit-Filiale. Er brachte genau 2,6 Sekunden mit laufendem Motor auf dem McFit-Parkplatz zu, um auch diese Idee wieder in die Tonne zu treten: Auch die McFit-Mitglieder sahen ganz schwer nach 16,95 Euro aus.

Und Padre war sich nicht ganz sicher, ob er es schaffen würde, sich mitten unter weiße Trainingshosen tragenden, neben tiefergelegten 3er BWM auf den Boden rotzenden und Frauen hinterherpöbelnden Vollpfosten wohl zu fühlen.

Daher bleibt Padre vorerst unfit.

Tags für diesen Artikel: faul, Fitness, Fitness Studio, Mainz, Mc Fit, Mitgliedschaft, Trainieren, Workout
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Montag, 11. Dezember 2006

Vorübergehende Plegie

Geschrieben von padre in Padres Gedanken und Spielchen
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Eigentlich sollte ich bis jetzt schon sooo viel abgearbeitet haben (stellt Euch dabei meine beiden Zeigefinger vor, wie sie etwa 20 cm voneinander entfernt den Umfang von "sooo viel" anzeigen).

Aber ich habe bis jetzt relativ .... gar nichts gemacht. Wer ist daran schuld? Das Homeoffice. Man kann sich einfach nicht gut konzentrieren, wenn man alles um sich herum hat, was man zum Nichtarbeiten braucht (Kühlschrank, Fernseher, Anlage, Zeitschriften, Internet ...).

Das vorletzte schlechte Gewissen habe ich mit dem Lösen von annabells Weihnachtsrätsel verdrängt. Das letzte schlechte Gewissen mit dem Anschauen der DVD "Der Pate Teil II". Ich weiß, meine Performance heute ist nicht besonders beeindruckend.

Jetzt müsste ich allerdings langsam mal dringend zur Post, um ein Einschreiben abzuholen. Doch - oh graus - ich bin noch im Schlafanzug. Ja, um 13:51 sitzt Padre im Schlafanzug auf seiner Couch, das Notebook auf den Knien und ergiebt sich der totalen Faulheit. Sollte jetzt nicht noch ein Wunder geschehen, werde ich mich den restlichen Tag auch nicht mehr hier wegbewegen.

I love beeing lazy. Schokopudding wäre jetzt nicht schlecht. Madame Murkel?

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Kommentare
Clay zu Tristar RK-6103 Reiskocher weiß 300 Watt
Mi, 19.01.2011 16:36
super danke! Auch wenn du die anleitung noch hättest würdest du nicht schl [...]


Felix zu Ich brauche noch etwas Zeit
So, 29.08.2010 23:25
Zeit... was ist das schon... f rüher stand man um 5 auch, ack erte auf dem F [...]


stek zu Tristar RK-6103 Reiskocher weiß 300 Watt
So, 29.08.2010 11:23
du weißt gar nicht wieviel gut es du mit deinem beitrag leist est. hallejuja. (:


Padre zu Padre hat den Sinn des Lebens gefunden
Mo, 17.05.2010 14:00
andere bezahlen viel geld für diesen zustand. :-)


Felix zu Padre hat den Sinn des Lebens gefunden
Mo, 17.05.2010 10:29
Das Persistieren „bewusstseins erweiterter“ Zustände wird aus medizinischer [...]


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